Am 9. Mai fand der Kampf um die deutsche Meisterschaft im Schachboxen im Mittelgewicht statt.
Austragungsort war die Eissporthalle Essen und der Westdeutsche Schachboxen Verband organisierte den Kampf in Kooperation mit Chessboxing Cologne.

Es war das erste Mal, dass ein Schachboxkampf auf einer Profiboxen Veranstaltung zugelassen wurde. Der Abend „Fight on Ice“ mit dem Hauptkampf Simon Kapplinghaus gegen Gleb Kadyrov, den Kapplinghaus in einem spannenden Duell für sich entschied, war ein voller Erfolg.
Vorbereitungen und Herausforderungen
Vorstellung der Athleten
André „Glenzman“ Glenzer ist ein etablierter Schachboxer der ersten Stunde. Er war persönlich mit Iepe Rubingh befreundet und war an der Etablierung des Regelwerks mitverantwortlich. Glenzer ist die Idee zu verdanken, dass Schachboxer verwarnt werden, wenn sie zu lange für den nächsten Zug brauchen.

Er trat am Samstag mit einem Kampfgewicht von soliden 75kg an und zeigte sich in einer guten physischen Form. Sein hoher Schach Elo von 2150 war der Vorteil im Vorfeld des Kampfes. Er bestreitet seit über 10 Jahren Schachboxkämpfe beim WCBA und ist vor einem Jahr auf der Veranstaltung „May Day“ in London den wohl anspruchsvollsten Schachboxkampf in Sachen Schachstärke gegen den australischen Großmeister Samy Shoker angetreten.

Birk Fischer ist ein junger Aufsteiger. Er trainiert sechmal die Woche Boxen und hat mit seinem Schach Elo von 1700 an einigen bekannten Schachturnieren in NRW teilgenommen, darunter die Mittelrein-Meisterschaften und das bekannte Turnier auf der Wewelsburg.
Er spielt seit dem 15. Lebensjahr für die 2. Herrenmannschaft seines Vereins und liefert dabei gute Ergebnisse. Fischer hatte einen leichten Gewichtsvorteil mit seinen 79kg Kampfgewicht und darauf musste er bei diesem Elo-Unterschied auch setzten.
Der Kampf nach Runden
Die Runde 1 am Schachbrett lief wie folgt ab: „Die Eröffnung war Sizillianisch. Beide Spieler zogen blitzschnell und schienen die ersten Züge auswendig zu kennen. Die Stellung war ausgeglichen. Beide spielten sehr strategisch und teilweise aggressiv. Ein Spiel auf Augenhöhe! Glenzer hatte einen leichten Zeitvorteil auf der Uhr, als die Boxrunde beginnt. Die Zeit verging wie im Flug“, kommentiert Martin Neu vom Westdeuschen Schachboxen Verband.

Die Boxrunde startet mit einer Offensive von Glenzer, doch Birk kontert direkt mit zwei Treffern. Glenzer geht nach vorne und Birk trifft regelmäßig im aus dem kontrollierten Rückwärtsgang. Dann landet Glenzer ein paar gute Treffer und stellt Birk in einer Ringecke. Birk befreit sich mit schneller Beinarbeit und wird weiter von Glenzer durch den Ring gejagt.
Nach einer knappen Minute läuft der offensive Glenzer in einen schweren Haken von Birk. Er geht zu Boden, steht auf und wird angezählt. Der Kampf wird vom Ringrichter mit Profibox-Lizenz abgebrochen und Birk Fischer gewinnt durch TKO in Runde 2.

Eine Beschreibung der Boxrunde von Denno Probst, Trainer und Promoter von Chessboxing Cologne(3).
Der relativ schnelle Abbruch führte zu leichten Diskussionen aus der Ecke Glenzer nach dem Kampf. Im Nachhinein wurde der Ringrichter befragt und er erklärte, dass er Glenzer nach dem Count an den Schultern gehalten und dann losgelassen hat. Dabei fiel Glenzer nach hinten „Nach dem nächsten Anzähler hätte er im Krankenhaus landen können, das wollte ich nicht verantworten“. Das Schachboxen Team vor Ort erkannte die Expertise an und freute sich über den Sieg von Birk Fischer.
Fazit

Der Ticketverkauf umfasste 3850 Plätze und wurde über Eventim abgewickelt. Die Live Übertragung fand auf Fight24 TV Statt und den ganzen Kampf kann man sich auf Youtube ansehen. Ansonsten findet man die Highlights auf Instagram und der Facebook Seite von Chessboxing Cologne und dem Westdeutschen Schachboxen Verband.